Donnerstag, 13. Dezember 2007

久しぶり  - Lang nicht mehr gesehen

Nach einer eineinhalb-monatigen Pause, habe ich endlich einmal wieder die Muse gefunden, mich hinzusetzen und zu schreiben, was sich hier in Japan so tut:

Die besten Fotos aus diesem Zeitraum werde ich in einem neuen Fotoalbum online stellen.
Kurz nach meinem letzten Eintrag fanden hier eine Reihe juristischer Vorträge statt, zu denen ich mitgehen durfte. Themen waren unter anderem Verbraucherschutz, die neue europäische "Verfassung", die Entstehung des Max-Planck-Institutes für Internationales Privatrecht...
Meistens fanden danach auch Empfänge statt, auf denen ich Professoren verschiedener Kyotoer Universitäten traf.
Nach der Phase der juristischen Vorträge fanden hier die 中間試験 (chuukanjiken) oder auch Mid-term-Tests statt. In allen Fächern wird dabei alles geprüft, was wir bis zu diesem Zeitpunkt gelernt haben. Die Tests sind im großen und ganzen auch mit viel Party und wenig lernen ganz gut gelaufen. Mitte Januar finden dann die letzten Tests des Semesters statt.
Im Unterricht reichen die Themen von Höflichkeitsformen über Arbeitsplatzsuche bis Nachrichten-lesen. Die Lehrer sind zum größten Teil bis auf 2-3 Ausnahmen auch relativ cool.

Am 1.12 fand dann das Konzert unseres Wind-Orchestras statt. In den 2 Wochen davor hatten wir täglich ca. 3-4 Stunden Probe. Einziges Problem: ein anderer Campus, der in einer anderen Provinz liegt. Zum Glück ist das hier eine Privatuni, mit eigenen kostenlosen Privatbussen, die einen hinbringen und zurückfahren. (immer noch eine 40Minuten-Fahrt)
Das Konzert war echt super und die japanischen Studenten sind beim Organisieren von solchen Veranstaltungen wirklich sehr professionell. Irgendwann kriege ich dann vielleicht auch noch die Fotos. :)

Vom Alltag bin ich mittlerweile zu 100% eingelebt. Auch das Jurastudium in Deutschland kann ich mir hier im Moment gar nicht vorstellen.

Viele Grüße aus Kyoto,
Euer Max

Samstag, 27. Oktober 2007

Happy Halloween

Auch in der letzten Zeit ist wieder eine Menge losgewesen:
Seit einigen Wochen bin ich nun im Wind-Orchestra der Uni und wir Proben Dienstags, Donnerstag und Samstags. Die Leute sind enorm witzig und die Musik macht einen Riesenspaß.

Donnerstag vor einer Woche waren wir dann auch, als wegen Feiertag keine Probe war zusammen Fußballspielen gegangen und haben uns danach im öffentlichen Bad (ofuro) ausgeruht. Ein Kumpel hatte dann am Abend, als er zu Hause war gemerkt, dass er sich beim Fussball spielen wohl den Arm gebrochen hatte. Er hatte recht und muss nun 3 Wochen nen Gips tragen. Ich habe nur keine Ahnung, wann das passiert sein kann... ^^ Jedenfalls ist es nicht ganz so schlimm, denn er spielt jetzt schon wieder bei jeder Probe Saxophon. ;)

In derselben Woche habe ich auch eine Reisegruppe aus Frankfurt getroffen, die von 2 Lehrern aus dem Frankfurter Sprachzentrum für Japanisch geleitet wurde. Mit den jüngeren Leuten bin ich dann zum Pizza all you can eat und in eine Cocktailbar gegangen. Danach haben wir den Abend in einem Irish Pub ausklingen lassen... ein Abend der japanischer wohl kaum sein konnte! ;o)
Am Freitag waren wir dann in eine japanische Hip-Hop-Disco gegangen. Es war einfach witzig die Unterschiede zwischen einer deutschen und japanischen Hip-Hop Disco zu sehen und ich muss ehrlich sagen, dass Hiphop hier nicht so schlimm ist wie zu Hause, denn die Atmosphäre ist nicht so agressiv aufgeladen wie bei uns.

Am Samstag vor einer Woche war dann Welcome Party in unserem Wohnheim - dem Ryukoku Kaikan. Es gab leckeres Essen - für die Neuen umsonst - und billige Cocktails, etc. Nur Bier ist hier immer ziemlich teuer. Besonders beliebt sind hier "Screwdriver" und "Cassis-Orange".

Diesen Montag war dann eine ziemlich Menge los. Nach der Uni sind wir direkt in die Stadt gefahren und haben uns das Jidai-Matsuri angesehen. Es ist eines der größten Festivals in Japan und alle Beteiligten tragen Kleidung aus vergangen Epochen, Samurai-Rüstungen, etc. (Fotos werde ich in das Fotoalbum hochladen, weil es schneller geht) Es war sehr schön anzusehen.
Nach diesem Festival sind wir nach Kurama, in die Berge nördlich von Kyoto gefahren. Dort fand ebenfalls ein Festival statt. Nichteinmal die Polizisten wussten worum es ging aber es war ziemlich beeindruckend wie die Leute 3 Meter große brennende Fackeln getragen haben. Dazu kam noch das Gedröhne der Trommeln und es entstand eine richtig tolle Atmosphäre. (Auch hier findet ihr in nächster Zeit Fotos im Album)

Am Freitag besuchte ich dann Dank einer Einladung von Professor Nakata, der sich hier wirklich unglaublich freundlich um mich kümmert, endlich meine erste juristische Veranstaltung in Kyoto. Veranstaltungsort war die Law School der privaten Ritsumeikan-Universität. Das Gebäude an sich ist schon beeindruckend gewesen (ca. 1 Jahr alt und riesengroß, modern, sauber, ... alles was unser juristisches Seminar NICHT ist) Prof. Dieter Leiphold von der Universität Freiburg und Herausgeber der ZZP hielt einen Vortrag zur Beweisumkehr und ich muss ehrlich sagen, wenn unsere Vorlesungen alle so wären, müsste keiner mehr das Rep besuchen!
Nach dem Vortrag gab es dann einen Empfang mit gutem japanischen Essen im Restaurant im obersten Geschoss der Law School, das auch für nicht-Universitätsangehörige zugänglich ist.

Gestern stand dann wieder eine Wohnheimparty an. Im Wohnheim Mukaijima Gakusei Center gab es eine Halloweenparty. Der Partyraum in dem Wohnheim ist echt super und es wurde sehr gute Musik aufgelegt. Besonders cool ist, dass die Leute hier wirklich zu jeder Musik abgehen. Ob es nun Hiphop, Latin, House oder EBM ist. Tatsächlich wurde VNV-Nation gespielt. :o))

Heute steht dann ein Abendessen mit Prof. Nakata, seiner Familie, einem Gast vom MPI für Internationales Privatrecht in HH, einem anderen japanischen Professor und dessen Familie an.

Wie ihr sehr ist hier eine Menge los und in der nächsten Woche muss ich dann einen 5-10 minütigen Vortrag halten. Als Thema habe ich mir einfach Frankfurt ausgesucht. Außerdem stehen am Mittwoch und Freitag noch juristische Vorträge , sowie ein kleines Konzert auf unserem Campus-Festival am nächsten Samstag an.

Montag, 15. Oktober 2007

Lebenszeichen

In der letzten Zeit konnte ich nicht viel schreiben. Deswegen jetzt an dieser Stelle eine kurze Zusammenfassung der Zeit nach dem letzten Post, in denen sicherlich eine Menge los war:

Vorletztes Wochenende waren wir Samstags auf dem Gelände eines ziemlich alten Tempels zum Sightseeing und am Sonntag fand in Kyoto ein Festival der Unis statt, dass in der Nähe eines großen Schreines dem "Heian-Jingu" stattfand. Dort haben wir mit einigen Studenten von anderen Unis einen kleinen Schrein "Mikoshi" getragen. Dazu hatten wir uns auch - mehr oder weniger - traditionelle Klamotten angezogen.

Dieses Wochenende gab es dann - neben üblichen Karaoke - ein Pizza-allyoucaneat. ;o) U.a. auch Tintenfisch-Pizza (hab leider diesesmal kein Foto gemacht, aber ich liefer es noch nach!) Außerdem waren wir auf dem "Freshers Camp) wo neue Studenten mit neuen Austauschstudenten hinfahren. Wir haben über offenem Feuer gekocht. Aber der Abend war dann langweilig: Geht um 10 in die Zimmer uns seid leise, damit ihr die anderen Gäste nicht stört... Japaner sind eben nicht immer so ein Party-volk, wie man meint. ;o)

Freitag, 5. Oktober 2007

Fotoalbum

Finally!
Es gibt ein Fotoalbum. Klickt einfach auf den entsprechenden Link auf der rechten Seite.
Ich werde immer wieder neue Fotos hinzufügen. Also wenn ihr Lust habt, dann schaut einfach mal ab und zu, ob es etwas Neues gibt.

Dienstag, 2. Oktober 2007

Special Service

Nachdem ich gefragt wurde wieviel der Yen wert ist, habe ich mich entschlossen, den Link zu einem Währungsumrechner in den Blog einzubauen, da der Yen im Moment ziemlich instabil ist. Man kann als Faustregel davon ausgehen, dass 1000 Yen etwas mehr als 6 Euro wert sind. Es wechselt aber wie gesagt sehr stark, was vor allem wichtig ist, wenn ich hier hohe Beträge abhebe.

Der Unistart

Letzte Woche konnte ich aus Zeitmangel nicht so viel berichten. Deswegen jetzt erstmal zu einer der wichtigsten Fragen: Wie ist es an der japanischen Uni? (in meinem Fall der Ryukoku-Universität)
Der Tag ist in Einheiten zu eineinhalb Stunden aufgeteilt, die abwechselnd duch 15 bzw. 60 minütigen Pausen getrennt. An langen Tagen habe ich 4 Einheiten, d.h. ich bin von 9 bis 16 Uhr in der Uni.

Außer Donnerstags haben wir jeden Tag 2 Einheiten japanisch. Dazu kommen Hörübungen, Sprechübungen und Kanjiübungen (für die komplizierteren chinesischen Schriftzeichen). Außer Japanischkursen müssen wir noch mindestens 2 Extrakurse wählen. Ich habe mich für Wirtschaft und Gesellschaft und Kultur auf japanisch entschieden. Das ist im Moment zwar noch ziemlich schwierig, aber weil man sich in kleinen Gruppen von ca. 10 - 15 Leuten nicht zurücklehnen kann, muss man Stoffmäßig eben immer am Ball bleiben. Und so wird in der 2. Woche schon immer besser.
Im Japanischkurs haben wir bei 3 verschiedenen Lehrern, die speziell für ausländische Studenten abgestellt sind. Die Alternativen 2 Kurse werden von regulären Professoren gehalten.
Unsere Lehrer sind alle ganz gut. Wobei es natürlich auch Ausnahmen gibt ... eine etwas ältere Dame, bei der eigentlich keiner weiß, was sie von uns will und bei der wir immer das Nachsprechen müssen, was sie vorsagt. Die anderen Lehrer sind aber wie gesagt echt ziemlich gut!
Besonders cool ist Prof. Kawano, der uns beim ersten Mal direkt gefragt hat, was wir trinken wollen und es uns dann gekauft hat. Nach dem Unterricht sind wir dann auf seine Kosten in die Mensa gegangen, was viele dafür genutzt haben sich erstmal eine richtig teure Schokotorte zu kaufen. ;o) Hoffentlich geht das erstmal so weiter!

Die Uni hat 4 Mensen (soweit ich bis jetzt gesehn habe) allerdings ist das auch nur auf unserem Campus der Fall und es gibt noch 2 weitere in anderen Teilen der Stadt. Es gibt nur japanisches Essen aber die Qualität ist 1a. Es wird imer direkt vor deinen Augen zubereitet. Das hat schon etwas für sich.
Auf der anderen Seite würde ich manchmal auch ein Königreich für ein Steak, Wiener Schnitzel mit Pommes oder einfach ein Spaghetti Bolognese geben! ;o) Auf Dauer können einem Nudelsuppen, Currysoße mit Reis und frittiertes Huhn nämlich ganz schön auf den Keks gehen. ;o)

Deswegen habe ich mir gestern mit einem Kumpel aus Kalifornien eine L-sized Pizza für üppige 3800 Yen geteilt und dazu hatten wir ein Bier. Solche Momente heben die Stimmung dann nochmal enorm. Was ich hier merke ist, dass Essen ein wichtiger Faktor ist, wenn es um Heimweh geht. Sobal das Essen gut ist, ist man auch wieder zufrieden.

In der nächsten Zeit wird wieder einiges los sein, nachdem das letzte Wochenende sehr ruhig war. Diesen Freitag ist eine offizielle Welcome Party für die International Students im Kokusaibu (dem International Office) gemeinsam mit Lehrern und danach gehen wir Studenten wieder in Kyotos Partygegend im Norden der Stadt.
Am Sonntag ist dann ein Festival für Studenten, soweit ich das verstanden habe, bei dem wir mit einigen anderen Leuten einen traditionellen japanischen Schrein tragen werden und dazu auch traditionelle japanische Kleidung tragen. Hoffentlich gibt es davon dann auch Fotos. ;o)

Bis bald,
Max

Montag, 24. September 2007

Kurioses 1

Ich habe mir gedacht, dass ich auch ab und zu mal über Kuriositäten berichte, die mir während dem Aufenthalt in diesem spannenden Land so auffallen:

Gestern fiel mir beim Rasieren auf, dass ich eigentlich ständig in die Hocke gehe um mich zu rasieren. Das liegt ganz einfach daran, dass ich beim stehen mein Gesicht nicht im Spiegel sehen kann, weil er so niedrig hängt.
Auf dem Weg zum Zimmer merkte ich dann, dass ich mich in jedem Türdurchgang bücke, weil die Türrahmen ziemlich niedrig sind. Diese Sache mit der kleinen Körpergröße scheint sich also auch auf die Innenausstattung auszuwirken.

Heute waren wir dann in einem McDonalds (auch letzte Woche hatten wir dort schon einmal "gespeist") Dort viel mir auf, dass in einem japanischen McDonald - nicht wie in Deutschland das Neuste aus den Charts läuft, sondern stattdessen läuft französische Akkordeonmusik wie in einem Pariser Straßencafè.

Wenn mir weitere Amüsante Unterschiede auffallen, werde ich sie euch allen im Blog mitteilen.

Bis dahin viele Grüße aus Kyoto. :0)